Online zeichnet sich derzeit ein Bild ab, das der amtierenden Bundeskanzlerin gefallen dürfte: Mit Abstand wird sie auf allen digitalen Plattformen in Deutschland am häufigsten in die Suchfelder eingetippt. Der einzige Kandidat, der ihr auf die Hälfte nahe kommt bei der Online-Nachfrage, ist Martin Schulz von der SPD.

Ein Forscherteam aus der Schweiz, das u.a. auch die Wahl von Donald Trump in den USA mit ihrer „Find-Maschine“ bereits richtig vorausgesagt hatte, misst jetzt auch die Online-Nachfrage bei den Spitzenkandidaten im deutschen Wahlkampf 2017. Awareness bedeutet in allen bisherigen europäischen Wahlkämpfen letztlich auch, dass man besser ankommt bei den Wählerinnen und Wählern und dadurch bessere Chancen hat, tatsächlich auch gewählt zu werden. Die aggregierten Daten aus dem Web sind validiert, zuverlässig schweizerisch neutral gemessen und können von Anbietern oder Kampagnen nicht direkt beeinflusst werden. Bei dieser neuen Methode müssen direkt keine Personen mehr befragt werden. Es werden ausschliesslich anonymisierte Zahlen mit sehr hoher Abdeckung verwendet. Diese Resultate gelten inzwischen unter Fachleuten als eine der wichtigsten zusätzlichen Mess-Grundlage und Ergänzung zu allen bisherigen Umfragen.

 

 

Finden statt Suchen

Das wissenschaftlich begleitete Projekt hat mit neuesten Big Data Methoden die Benutzer-Nachfrage rund um den deutschen Wahlkampf während drei Monaten täglich gemessen (05. März bis 06. Juni 2017) und wird auch weiter analysiert bis zum Wahltag. Dabei war das Online Universum Deutschlands mit sämtlichen Suchmaschinen und Sozialen Medien im Fokus der Analyse. Mit computerunterstützten Inhaltsanalysen (CUI) monitorisiert und sammelt die weltweit einmalige „Find-Maschine“ systematisch alle Daten mit den entsprechenden Such-Patterns der Benutzer im deutschen Internet. Sie wird neben Wahlkämpfen auch von zahlreichen Firmen bei Produkten auf e-shops oder für Themen und Dienstleistungen und Wirkung bei TV-spots eingesetzt, um möglichst nahe am „digitalen Wind“ zu segeln.

 

Angela Merkel hat digital die "Nase vorn"

Das Projekt knüpft an mehrere frühere Wahlkampfuntersuchungen in den USA, Europa und in Deutschland u.a. aus dem Jahr 2005 an. Es zeigt als Zwischenresultat auf, wie sich die User-Nachfrage gegenüber Kandidatinnen und Kandidaten in Anlehnung an die Medienberichterstattung entwickelt und verändert. Die Resultate basieren auf breit abgestützten, fundierten Benutzerdaten aus dem Web. Sie zeigen laut dem zuständigen Politologen, Christoph Glauser, deutlich: Angela Merkel liegt mit rund doppelt so hoher „Suche“ (ganz ähnlich wie Donald Trump in den USA im September 2016) digital weit vor Martin Schulz. Die NRW Wahlen haben ihren Wahlkampf wieder deutlich beflügelt. Weitere Kandidaten wie Beatrix von Storch (AfD), Alice Weidel (AfD) oder Christian Lindner (FDP) bleiben mit ähnlichem Abstand zu Martin Schulz auf den hinteren Rängen.

 

 

Baar, 15.06.2017

 (https://find.argyou.com).